Ein Rückblick – was bisher geschah…

Kurz nach dem Start von Vehiculum, im September 2015, mussten wir uns einiges anhören. „Schlaumeier“, „Zu grün hinter den Ohren für dieses Haifischbecken“, „Halbwissen“, und noch so einiges. Dies alles sind Reaktionen auf einen Artikel bei Autohaus.de. Mit viel Freude habe ich so eben, einige Monate später, die Kommentare erneut gelesen und stelle einiges fest. Aus heutiger Sicht lässt sich sagen, dass es viele sinnvolle Kommentare gab. 10 Monate später ist uns klar, dass wir tatsächlich noch wenig wussten und nicht auf jede Frage eine Antwort liefern konnten. In der zurückliegenden Zeit haben wir einiges gelernt und haben viele Antworten auf mögliche Fragen erhalten. Vor allem haben wir dabei keinen einzigen Kunden enttäuscht, was aus unserer Sicht das Wichtigste ist.

Mittlerweile kann ich sagen, dass wir ordentliche Kenntnisse in der Automobil-Leasingbranche haben – basierend auf tausenden Angeboten, Brainstorming-Runden mit Händlern, Gesprächen mit Leasingbanken und Versicherungen. Wir sind nicht allwissend und das wird auch wohl nie der Fall sein, dafür ist der Markt schlichtweg zu komplex. Aus diesem Grund investieren wir viel Zeit in den Austausch mit unseren Partnern, denn diese versorgen uns mit Informationen, die wir nicht haben.

Damit komme ich zu meinem zweiten Gedankengang, den ich hatte, als ich die Kommentare wieder gelesen habe.  Viele in der Automobilbranche tätige Leute denken, wir wären gefährliche Konkurrenz, wären wieder „2 Leute die ein Teil des Kuchens auf Kosten der Händler abhaben wollen“. Dies ist allerdings nie unsere Intention gewesen, was unsere Händler auch bestätigen können. Ich würde es eher als eine „Win-Win“ Situation betrachten. Wir liefern vorqualifizierte und hochwertige Anfragen und erhalten nur bei einem erfolgreichen Abschluss eine Provision. Der Aufwand für unsere Händler soll minimal bleiben, wir übernehmen alles bis zum Vertragsabschluss. Umgedreht rufen uns unsere Händler oft an, um zeitlich befristete Angebote anzubieten, die wir unserem Kundenstamm dann anbieten können. Mittlerweile haben wir ein solides Netz an Händlern, mit denen wir eine enge und erfolgreiche Beziehung pflegen.

Wir möchten bei diesem Umbruch eine Rolle spielen -  und am liebsten eine möglichst große.

Im November sind wir zum Kongress der „Automobilwoche“ zum Thema „Automobilbranche der Zukunft“ eingeladen. Dort haben wir die Möglichkeit, uns mit den „Riesen“ der Automobilbranche auszutauschen. Wir sind eines von 10 Start-Ups, das sich weltweit gegen eine Vielzahl von jungen Unternehmen durchsetzen konnte. Die Redaktion der Automobilwoche, zusammen mit der Unternehmensberatung McKinsey, hat uns dafür auserwählt. Außerdem wurden wir bereits von Roland Berger als eines der innovativsten Start-Ups im Automotive Bereich erwähnt.

Natürlich macht uns das alles froh und auch ein bisschen Stolz. Es bestätigt uns in unseren Ideen, allerdings ist mir dabei etwas ins Auge gefallen. Und damit komme ich zum dritten Gedankengang bzgl. der geschriebenen Kommentare. Die Reaktionen außerhalb der Autobranche waren immer sehr positiv. In der Autobranche selber waren die Reaktionen auch gerne etwas “skeptisch” (siehe Reaktionen bei Autohaus.de). Roland Berger hat allerdings auch eine ganze Abteilung, die sich mit der Automobilbranche widmet, von „Halbwissen“ kann hier also nicht die Rede sein. Der Unterscheid von Roland Berger oder McKinsey zur Automobilbranche bzw. den Händlern ist, dass für diese eine Veränderung des Automobilmarktes keine Ungewissheit oder Gefahr bedeutet, sondern eher eine Chance an der Veränderung mitwirken zu können. Die Reaktionen haben uns gezeigt, was für einige „Player“ auf dem Spiel steht. Wir haben die Kommentare ganz genau gelesen und diese bestärken uns in der Annahme, dass die Branche sich in einem Umbruch befindet.

Wir möchten bei diesem Umbruch eine Rolle spielen –  und am liebsten eine möglichst große. Aber auch wenn wir keine Rolle spielen werden, der Markt wird sich ändern – mit Vehiculum oder ohne.

In der ersten Hälfte des Jahres sind wir bestätigt worden, dass unsere Gedanken in die richtige Richtung gehen. Jetzt fängt es eigentlich erst richtig an. Wir sind sehr froh, zusammen mit unseren Händlern die Welle der Veränderung zu reiten. Die Paddelphase haben wir immerhin schonmal hinter uns!

Viele Grüße

Melchior