Leasingfahrzeug zurückzugeben? Keine Panik!

geschrieben von Palina Benter

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BLOG IN A MINUTE (Die wichtigsten Info des Artikels für Sie zusammengefasst):

Für alle unsere Zeitsparer hier die wichtigsten Informationen auf einen Blick:

  • Heutzutage verlaufen Rückgaben von Leasingfahrzeugen in der Regel reibungslos
  • Nicht alle Schäden müssen bei der Leasingfahrzeug-Rückgabe bezahlt werden
  • Leasingfahrzeug muss nur im Alter und Laufzeit entsprechenden Gebrauchszustand abgegeben werden
  • Leasingnehmer haftet nur für übermäßige Abnutzung
  • Freizugänglicher Schadenskatalog der DEKRA Automobil GmbH und des TÜVs sorgen für Objektivität
  • Entstehen Mehrkilometer, gilt die Toleranz von bis zu 2.500 km
  • Minderkilometer werden erstattet
  • Eine vorzeitige Rückgabe ist nur bei schwerwiegender Vertragsstörung möglich (Diebstahl/Totalschaden)
  • Bei vorzeitiger Vertragsbeendigung ist das gesamte, ursprünglich vereinbarte Leasingentgelt zu zahlen (bis auf wenige Abzüge)

 

Jeder kennt das Google-Phänomen. Da googelt man kurz ein unkompliziertes Krankheitsbild und bekommt direkt die schier schlimmste Diagnose. Nach kurzer Recherche zum Rückgabeprozess bei Leasingfahrzeugen sieht es vorerst kaum besser aus.

Im Web finden sich viel Angstmacherei und auch Falschinformationen, die zum Teil selbst von klassischen Medien aufgegriffen werden, um mit der Panikmache Klicks zu generieren.

 

Erfahrungsberichte zu Leasingfahrzeugen

In den Foren geht es dann direkt weiter. Dies liegt zum Teil daran, dass unzufriedene Menschen sich eher äußern als zufriedene und ihrer Wut gerne im Internet Luft machen. Viele davon wundern sich dann völlig zu Unrecht, dass die Leasingfahrzeug-Händler für entstandene Dellen am Auto bei der Leasing-Rückgabe Geld verlangen. Die darauf entstehenden, emotional belasteten “Erfahrungsberichte” sind folglich nicht wirklich objektiv.

Andererseits hat dies auch viel mit der Vergangenheit des Leasingmarkts zu tun. Als früher oftmals nur Restwertleasing angeboten wurde, war das Risiko und somit die Angst enorm, am Ende bei der Leasingfahrzeug-Rückgabe einen hohen Restwertbetrag zahlen zu müssen. Heutzutage bieten viele, wie auch VEHICULUM, vornehmlich Kilometerleasing an, wo dieses Problem erst gar nicht auftaucht. Somit verlaufen die Rückgaben heute meist reibungslos, denn die richtige Vertragsart ist schon die halbe Miete.

Unsicherheit und Unwissenheit halten bei den meisten Autofahrern jedoch an. Um dem entgegenzuwirken, haben wir diesen Blogpost verfasst. Hier gehen wir den häufigsten Fragen und Mythen auf den Grund. Los geht’s!

 

Die Leasing-Rückgabe bei Vertragsende:

Worauf muss ich bei der Leasing-Rückgabe generell achten?

Dass das Leasingfahrzeug während der Vertragslaufzeit gut gepflegt und gewartet werden will, versteht sich eigentlich von selbst. Schließlich ist und bleibt es ein Wertgegenstand. Beim Leasing gilt dies umso mehr, da man selbst nicht der Eigentümer ist. So kann sich ein kleiner Makel über die Zeit zu einem Problem entwickeln. Geringer Reifendruck führt zu Verschleiß. Kratzer oder Dellen mindern den Wert. Am Ende zahlt man die Konsequenz von vernachlässigter Pflege.

Kurz vor der Abgabe lohnt es sich, das Leasingfahrzeug nochmal ordentlich aufzubereiten. Denn der erste Eindruck zählt und stimmt den Prüfer sogleich gütiger, mit dem Gedanken: “Das Auto wurde gut behandelt.” Ob man nun Geld für eine professionelle Aufbereitung investiert oder das Fahrzeug selbst durch die Waschanlage schickt und auch gründlich den Innenraum putzt, bleibt einem selbst überlassen. Eine professionelle Aufbereitung ist meist jedoch überteuert und führt bei der Leasing-Rückgabe nicht unbedingt zu einem besseren Ergebnis als die eigene Pflege.

Nach der Begutachtung des Leasingfahrzeugs ist es empfehlenswert, wie bei allen offiziellen Dokumenten, diese noch einmal gründlich durchzulesen, bevor man unterschreibt. Hier finden sich neben den aufgelisteten Schäden auch die Klauseln zur Schuldanerkennung und zur Kostenübernahme.

 

Welche Schäden muss man bei der Rückgabe des Leasingfahrzeugs zahlen?

Erst einmal: nicht jeder Schaden am Leasing-Wagen muss bezahlt werden!

Das Leasingfahrzeug muss also nicht wie oftmals gedacht in einem perfekten Zustand abgegeben werden, sondern nur im Alter und Laufzeit entsprechenden Gebrauchszustand (Vertragslaufzeit und Fahrleistung).

Nach § 538 BGB haftet der Leasingnehmer nur für übermäßige Abnutzung, heißt: bei Schäden, die bei vertragsgemäßem Gebrauch hätten vermieden werden können. Unterschieden wird zwischen kleineren Leasingfahrzeug-Schäden, die sich anteilig wertmindernd auswirken, und schließlich erheblichen Mängeln, welche zu hundert Prozent in Rechnung gestellt werden. Zu normalen Gebrauchsspuren gehören i.d.R. kleinere Steinschläge, kleine Schrammen und Kratzer in der Nähe des Tankdeckels, an den Felgen, den Türgriffen oder Kofferraumgriffen. Auch kleine Kratzer an Dach und Klappen (vorn und hinten) können durch die Benutzung der Waschanlage verursacht werden. Leichte Einbeulungen an den Türen des Leasingfahrzeugs und dem Seitenteil hinten rechts sind typische Gebrauchsspuren bei der Fahrzeugnutzung im dichten Verkehr und bei engen Parklücken. Solche Schäden gehören somit auch nicht zur übermäßigen Nutzung. Entsprechendes gilt auch für Lackabplatzungen an den Türkanten.

Sind die Schäden am Leasingfahrzeug zu hoch, also “übervertragsmäßig“, so müssen nicht die Kosten erstattet werden, die nötig sind, um den Schaden zu beheben, sondern lediglich der Betrag, um denjenigen der Wert des Fahrzeugs gemindert ist. Hier gilt weiter die Gesamtbetrachtung, so dürfen einzelne Schäden nicht einfach aufsummiert werden. Der Minderwert muss im Wege einer Gesamtbeurteilung mit für einen neutralen Beobachter nachvollziehbaren Kriterien kalkuliert werden. Die Beweislast für eine übermäßige Abnutzung des Leasingfahrzeugs trägt dabei der Leasinggeber.

Gut zu wissen ist auch, dass auf den Nachzahlungsanspruch der Leasingbank keine Mehrwertsteuer in Rechnung gestellt werden darf. Grund dafür ist, dass die Nachforderungen nicht für eine Leistung der Bank, sondern nur zum Ausgleich der Schäden dienen. Heutzutage arbeitet jeder größere und seriöse Autohändler oder -hersteller mit dem DEKRA Schadenkatalog der DEKRA Automobil GmbH oder mit dem Schadenkatalog des TÜVs. Diese bieten eine einheitliche Beurteilungsplattform und so auch eine höchstmögliche Objektivität bei der Begutachtung.

Falls es sich nun doch um einen Schaden am Leasingfahrzeug handelt, welcher auf eigene Kosten (anteilig oder vollständig) behoben werden muss, gilt auch hier keine Panik. Denn auch Gutachter und Händler nutzen Smart Repair. So muss man bei angeschrammten Alufelgen eines Leasingfahrzeugs keineswegs gleich den Neupreis zahlen, sondern lediglich die Smart-Repair-Kosten. Analog gilt dies für alle anderen Schäden, die sich über Smart Repair beheben lassen. Weiter erklärt Rainer Schwer von Dekra Automobil:

Unsere Gutachter empfehlen immer die kostengünstigste fachgerechte Reparatur.

Was passiert, wenn ich mehr/weniger Kilometer mit dem Leasingfahrzeug fahre?

Auf Basis der Gesamtkilometerleistung berechnet sich auch die Leasingrate des Leasingfahrzeugs. Fährt der Leasingnehmer mehr, wird pro Zusatzkilometer von den Leasinggesellschaften ein Betrag berechnet. Dabei gibt es in der Regel eine Toleranz von bis zu 2.500 Mehrkilometern, die nicht zusätzlich kosten. Werden weniger Kilometer gefahren als vereinbart, bekommt der Leasingnehmer eine Erstattung pro nicht-gefahrenem Kilometer. Eine Übersicht der Kosten pro Mehr- und Minderkilometer finden Sie in Ihrem Leasingangebot.

 

Vorzeitige Rückgabe des Leasingfahrzeugs:

Kann ich den Vertrag vor geplantem Vertragsende kündigen?

Eine außerordentliche, fristlose Kündigung ist nur bei schwerwiegender Vertragsstörung möglich. Ein Beispiel hierfür wäre der Diebstahl des Leasingfahrzeugs oder ein schwerer Schaden bzw. Totalschaden.

 

Was ist bei der vorzeitigen Vertragsbeendigung und Leasingfahrzeug-Rückgabe zu zahlen?

Grundsätzlich sind beide Parteien (Leasinggeber und Leasingnehmer) an die vereinbarte Vertragslaufzeit gebunden. Bei einer vorzeitigen Vertragsbeendigung muss der Leasingnehmer (bis auf wenige Abzüge) das gesamte, ursprünglich vereinbarte Leasingentgelt bezahlen. Deswegen ist eine Überprüfung der vertraglichen Regelungen und des Kostenrisikos vor einer übereilten Kündigung unbedingt zu empfehlen!

 

Was ist mit einer Sonderzahlung im Falle der vorzeitigen Vertragsbeendigung?

In der Regel wird eine geleistete Leasing-Sonderzahlung bei der Leasingfahrzeug-Rückgabe nicht zurückerstattet. Der Leasinggeber hat stets Anspruch auf das gesamte, ursprünglich vereinbarte Entgelt!

 

Welche Kosten zahlt die Fahrzeugversicherung im Falle des Totalschadens oder Diebstahl?

Bei Totalschaden oder Diebstahl des Leasingfahrzeugs erstattet die Versicherung lediglich den Wiederbeschaffungswert des Autos. Des Weiteren hat der Leasinggeber gegenüber dem Leasingnehmer Anspruch auf Ausgleich des über den reinen Fahrzeugschaden hinausgehenden Schadens. In diesem Falle das restliche Leasingentgelt, die. sog. Vollamortisation. Dies wird weder von der Kaskoversicherung noch von der generischen Kfz-Haftpflichtversicherung getragen.

Bei vielen Leasinggesellschaften ist es mittlerweile möglich, dieses hohe Kostenrisiko bei Leasingvertragsabschluss zu versichern (sog. GAP-Versicherung). Wir von VEHICULUM raten hierzu dringendst, weshalb diese auch standardmäßig in unserer 1-Klick-Versicherung enthalten ist.

Zu beachten ist auch, dass der Vertrag nicht automatisch bei Diebstahl oder bei einem Totalschaden endet. Der Leasingnehmer muss diesen erst kündigen. Falls es zu einem Diebstahl kommt, ist es empfehlenswert, den Leasingvertrag erst nach einem Monat nach der Entwendung zu kündigen. Denn nach den Allgemeinen Leasingbedingungen ist der Leasingnehmer verpflichtet ein gestohlenes Fahrzeug wieder zurückzunehmen, wenn es innerhalb eines Monats nach Eingang der Schadensanzeige wieder aufgefunden wird.

Wir hoffen, wir konnten Ihnen mit ihren Fragen rund um die Leasing-Rückgabe helfen. Gerne stehen wir Ihnen bei weiteren Unsicherheiten zur Verfügung. Schreiben Sie uns dazu kurz eine E-Mail an: [email protected]

Mit rasanten Grüßen,

Ihr VEHICULUM-Team

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Hier finden Sie noch einmal eine Checkliste für die Leasing-Rückgabe vom ADAC bequem zum Ausdrucken.

Zum Weiterlesen finden Sie hier noch einen unabhängigen Erfahrungsbericht zur Leasing-Rückgabe:

Quellen: