Mit Leasing in die Zukunft der Mobilität

„Vorsicht vor Nachzahlungen“. „Schlanke Raten, dickes Ende“. „Beim Leasing kommt das dicke Ende immer zum Schluss“.

Leasing hat, trotz seiner dominanten Rolle im Neuwagenmarkt (mehr als 1/3 aller Neufahrzeuge werden heutzutage über einen Leasingvertrag finanziert), teilweise noch immer den Ruf des Betrügers. Doch wie kann das sein? Und wo geht die Reise hin? Ein Erklärungsversuch.

Obwohl die Anfänge des PKW- Leasings schon viele Jahrzehnte zurückliegen und das Produkt spätestens seit den 90er Jahren stetig an Bedeutung gewinnt, wird es weiterhin als moderne und innovative Finanzierungsform gehandelt – zurecht, wie wir finden. Unübersehbar wird sich die Mobilität in den nächsten Jahren massiv verändern – das Auto bzw. seine Nutzung in der heutigen Form, wird es wohl in der Zukunft nicht mehr geben. Fakt ist, dass die Entwicklung weg vom Besitz hin zur effektiven Nutzung von Fahrzeugen, spätestens seit dem durchschlagenden Erfolg von Sharing-Diensten wie Car2Go (Mercedes-Benz), DriveNow (BMW) aber auch Uber (zumindest im Rest der Welt außerhalb von Deutschland), nicht mehr aufzuhalten ist. Dieser Trend wird sich nochmals beschleunigen, sobald Themen wie das vernetzte (Connected Car) bzw. selbstfahrende Auto (Autonomous car) massentauglich werden. Allerdings, und auch das ist eine Tatsache, werden noch einige Jahre ins Land gehen, bis sich diese Transformation wirklich durchgesetzt hat – Experten sprechen von Zeiträumen zwischen 2030 und 2050.

Bis es soweit ist und die Mobilität einzig und allein durch Fahrzeuge garantiert wird, die der Allgemeinheit gehören und von jedem genutzt werden können, gibt es eine Zwischenlösung: Fahrzeugleasing. Leasing ist letzten Endes nichts anderes, als ein Nutzungsrecht auf Zeit, wobei über eine monatliche Rate der Wertverfall des Fahrzeuges vom Nutzer kompensiert wird. Carsharing ist genau betrachtet auch eine Form des Leasings, nur in extrem kurzer Form und mit einer speziellen infrastrukturellen Komponente: Jeder kann die Fahrzeuge nutzen.

Zurück zur Frage, wieso Leasing in der Öffentlichkeit immer noch nicht vollständig akzeptiert und im Privatbereich sogar teilweise davor gewarnt wird. Hier gibt es meiner Meinung nach drei Gründe: 1) Fehlendes Verständnis, 2) die Angst vor Neuem und 3) Restwertleasing.

Aber Schritt für Schritt:

1) „Wenn ich ein neues Fahrzeug lease, kostet mich am Ende ja jeder Kratzer Geld“ – diesen Satz haben wir schon oft gehört. Sehr oft. Nun denn: Man muss Neuwagenleasing mit einem Neuwagenkauf vergleichen, bei dem das Fahrzeug nach 3 Jahren wieder verkauft wird. Und selbstverständlich wird jeder Käufer, sei es ein Händler oder ein Privatkäufer, genau diesen Kratzer bemängeln und diesen Schaden vom Kaufpreis abziehen. Das ist auch logisch, weil jeder Schaden einen geringeren Wert am Fahrzeug darstellt. Nichts Anderes geschieht bei der Leasingrückgabe: Über einen Gutachter (bei Vehiculum arbeiten wir ausschließlich mit Autohändlern, welche die Fahrzeugbewertung über einen unabhängigen Gutachter von Dekra oder TÜV abhandeln) wird festgestellt, ob das Fahrzeug normale Gebrauchsspuren hat oder ob Schäden vorhanden sind. Diese Schäden werden entsprechend bewertet und dem Kunden in Rechnung gestellt. Jedem Kunden ist es übrigens freigestellt, Schäden vor der Rückgabe bei der Werkstatt seines Vertrauens vorab zu beseitigen, somit können erhöhte Reparaturkosten in den herstellereigenen Werkstätten vermieden werden.

Das ist die Zukunft und Sie beginnt genau jetzt.

2) Als Deutscher darf ich das sagen: Wir sind als Nation nicht gerade dafür bekannt, besonders adaptiv für Neuerungen zu sein. Und wenn man sich dann auch noch erlaubt, den Besitz des „deutschen liebstes Kind“ wegzunehmen, hat man einen schweren Stand. Besitz und der damit einhergehende Status sind außerdem weiterhin Elemente, die in Deutschland bzw. generell in der heutigen Zeit noch immer stark vorhanden sind – „Mein Haus, mein Auto, mein Boot“ eben. Diese Mentalität wird sich aber stark verändern und für kommende Generationen stehen andere Träume als noch vor 50 Jahren im Fokus. Aus „ich will mal einen Porsche haben“ (was nebenbei gesagt noch eine der wenigen sinnvollen Auto-Kaufentscheidungen ist, da hier eine Wertsteigerung erzielt werden kann) wird „ich will maximale Flexibilität und einfache und günstige Mobilität“. Das ist die Zukunft und Sie beginnt genau jetzt.

3) Ein weitaus konkreterer Punkt für den bescheidenen Ruf von Leasing in der Gesellschaft, sind falsche Entscheidungen der Leasinggesellschaften in der Vergangenheit: dem Restwertleasing. Heutzutage sind über 90% aller Leasingverträge mit einer Kilometerabrechnung ausgestellt, hierbei wird vor Vertragsbeginn eine jährliche Fahrleistung festgelegt (z.B. 20.000 km/Jahr) und daraufhin berechnet, wie hoch der Restwert nach Ablauf der Laufzeit (z.B. 36 Monate) ist. Das Ergebnis davon ist die monatlich zu zahlende Rate. Großer Vorteil hierbei: Das Risiko des tatsächlichen Restwertes nach der Laufzeit und Laufleistung liegt beim Leasinggeber, also nicht beim Kunden. Noch bis vor ca. 5 Jahren war es üblich, ein Restwertleasing anzubieten. Das wiederum bedeutet, dass unabhängig von der Fahrleistung ein Restwert nach der Laufzeit geschätzt bzw. frei gewählt wird. Nach Ablauf der Laufzeit wurde daraufhin bewertet, wie der tatsächliche Restwert des Fahrzeuges ist. Wenn Abweichungen vorhanden sind, wird dem Kunden dieser erhöhte Wertverlust mit teils horrenden Summen in Rechnung gestellt. Das Risko liegt also, im Gegensatz zum Kilometerleasing, beim Kunden. Diese Vertragsform hat dazu geführt, dass ganz besonders schlaue Händler mit extrem günstigen Leasingraten werben konnten, wohlgemerkt basiert auf einem teils völlig unrealistischen Restwert. Das genannte Anfangszitat „Schlanke Raten, dickes Ende“ war hier also die Realität. Da es diese Form, glücklicherweise, nicht mehr gibt und sich Leasing mittlerweile durch eine Restwertabsicherung der Banken weiterentwickelt hat, ist es eines der verbraucherfreundlichsten und risikoärmsten Produkte im Automarkt.

Der Unternehmer Stephan Schambach (Intershop, Demandware) hat neulich in einem Interview mit dem Manager Magazin seine Meinung geäußert, warum große Unternehmen nicht in der Lage sind, wirklich innovativ zu sein: „Das Neue darf das Alte nicht gefährden“ ist seine Erklärung und da ist sicherlich viel Wahres dran. Gleiches gilt für die Gesellschaft und die schon erwähnte Zurückhaltung vor Neuerungen. Wir bei Vehiculum hoffen darauf, dass wir als Vorzeige- Autonation den Sprung schaffen und uns den Gegebenheiten der Zukunft ausreichend schnell anpassen werden. Die Zukunft der Mobilität wird spannend, man muss sich nur darauf einlassen.

Liebe Grüße,

Lukas